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Newsletter 04/2022

Mittlerweile ist die im Newsletter 01/22 angekündigte Doktorarbeit über die Therapieergebnisse in der Fachklinik Dr. Herzog fertiggestellt und erfolgreich an der Universität in Gießen präsentiert und disputiert worden.

Von Frau Dr. med. Dorothe Balser wurde folgendes Thema zur Erlangung des Doktor Grades der Humanmedizin bearbeitet:
Integrative Medizin in der palliativen Onkologie – Eine deskriptive retrospektive Kohortenstudie zur Überlebenszeitanalyse

Hierzu wurden die Therapieergebnisse von Patienten der Fachklinik Dr. Herzog, die mit einer Kombination aus Schulmedizin plus komplementären Therapieverfahren behandelt wurden verglichen mit Überlebenszeitdaten von Patienten, die alleine Schulmedizin erhielten.

Die Fragestellung war:
Was kann komplementäre Medizin als Ergänzung zur Leitliniengerechten onkologischen Therapie leisten?
Ergeben sich Vor- oder Nachteile im Vergleich der Überlebensdaten mit der aktuellen Literatur?

Untersucht wurden retrospektiv von 2002 – 2016 (Follow-up bis 2019) Patienten, die in der Fachklinik Dr. Herzog mit integrativer Onkologie behandelt wurden. Mit 817 untersuchten Patienten mit 6 verschiedenen Tumorarten handelt es sich um die bisher größte Studie.

Untersucht wurden Patienten mit metastasierten

  • nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom
  • Pankreaskarzinom
  • kolorektalem Karzinom
  • Ovarialkarzinom
  • Prostatakarzinom
  • Mammakarzinom

Eine Untergruppe waren Patienten, die am Anfang schulmedizinische Therapien verweigert hatten und alternative Therapien als alleinige Behandlungsmethode gewählt hatten.

Die Patienten in der Fachklinik Dr. Herzog werden in einem multimodalen standardisierten Therapieregime behandelt. Das bedeutet, dass vor einer Chemotherapie unterstützende Infusionen gegeben werden zur Stärkung des Immunsystems. Die Chemotherapie wird kombiniert mit Ganzkörperhyperthermie oder lokaler Hyperthermie. Nach der Chemotherapie erfolgen Infusionen mit Antioxidantien wie Selen und Glutathion, L-Carnitin und andere Therapien wie Ozontherapie und Magnetfeldtherapie. Basistherapeutische Maßnahmen wie Physiotherapie, Sport und Mediterrane Ernährung, aber auch unterstützenden Verfahren wie Cannabisextrakte, Enzyme und Mistelextrakte werden eingesetzt.

In allen Patientengruppen zeigten sich deutlich verlängerte mediane Überlebenszeiten, wobei in allen Gruppen auch einzelne Patienten mit außergewöhnlich langer Überlebenszeit zu finden waren.

Neben der möglichen Verlängerung der Überlebenszeit werden durch die komplementären Verfahren auch eine Abmilderung der Nebenwirkungen der konventionellen Medizin diskutiert und damit ein eventuell verbesserter Ablauf der Chemotherapiezyklen ermöglicht ohne Dosisreduktion.

Die Untergruppe von initialen Therapieverweigerern hatte bei allen Diagnosen deutlich schlechtere Therapieergebnisse. Dies war ja schon in der vorherigen Doktorarbeit von Frau Dr. med. A. Schleicherdt am Beispiel des Mammakarzinoms ausgearbeitet worden (siehe Newsletter 01/21)

Das Fazit in der Zusammenfassung war, daß

  • im deskriptiven Vergleich gleichwertige oder bessere Überlebenszeiten im Vergleich zur derzeitigen Literatur beobachtet wurden.
  • durch komplementäre Verfahren onkologische Standardtherapien optimiert werden können.
  • umfassende Beratung von Patienten und Patientinnen sowie Schulung von Ärzten und Ärztinnen in komplementären Verfahren dringend notwendig sind.
  • prospektive Folgeprojekte zur weiteren Ausarbeitung komplementärer Verfahren direkt geplant werden müssen.

Zufällig wurden ziemlich zeitgleich zur Präsentation dieser Doktorarbeit von der Deutschen Krebsgesellschaft erstmals Leitlinien zur komplementären Medizin herausgegeben. Mittlerweile ist also die komplementäre Medizin in der Schulmedizin angekommen.

Bis Onkologen jedoch entsprechend geschult sind und die Methoden breit eingesetzt werden können, wird sicherlich noch einige Zeit vergehen.

Bleiben Sie alle gesund!

Prof. Dr. med. Alexander Herzog
Chefarzt

 

Newsletter 01/2022

Auch in der komplementären Medizin müssen die Therapieergebnisse durch wissenschaftliche Untersuchungen untermauert werden wie in allen Bereichen der Medizin. Da komplementäre Therapien an Universitätskliniken in der Regel nicht angeboten werden, wurden durch Doktoranten der Universität Gießen im Rahmen Ihrer Doktorarbeit Therapieergebnisse der integrativen Medizin an der Fachklinik Dr. Herzog untersucht und wissenschaftlich ausgewertet.

Die erste von 2 Doktorarbeiten ist gerade fertiggestellt und untersuchte die Gründe, warum Frauen mit Brustkrebs konventionelle Therapien wie Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung verweigern. In ihrer Dissertation wurden von Frau Dr. med. Schleicherdt 233 Patientinnen nachuntersucht und auch eine Anzahl von Patientinnen interviewt (die komplette Arbeit ist unter diesem Link in der GEB – Gießener Elektronische Bibliothek veröffentlicht)

Kurz gefasst kann man sagen, dass es keine gute Idee ist sich bei einem operablen Brustkrebs nicht operieren zu lassen und konventionelle Behandlungsverfahren komplett abzulehnen. Alternative Verfahren halten nicht das, was sie oft versprechen.

Bedrückend ist das Ergebnis der Interviews. Patientinnen wenden sich von erfolgversprechenden konventionellen Therapieverfahren meistens deswegen ab, weil sie sich von den behandelnden Ärzten nicht ausreichend aufgeklärt fühlen, auch nicht über die Erfolgschancen komplementärer / alternativer Therapieverfahren zur Unterstützung der Genesung. Behandelnde Ärzte haben es also in der Hand, ob sie durch eine gute Beratung auch bezüglich komplementärer Therapiemöglichkeiten Patienten zu einer erfolgversprechenden Therapie führen können!

Zum Glück beobachte ich hier in den letzten Jahren einen Umbruch in der Medizin. Immer öfter gibt es auch auf medizinischen Kongressen einen Vortragsteil über komplementäre Therapieverfahren wie z.B. Hyperthermie, über Therapiemöglichkeiten zur Stärkung des Immunsystems, zur Reduktion chemotherapiebedingter Nebenwirkungen und zur Verbesserung bzw. Erhaltung der Lebensqualität.

Eine zweite Doktorarbeit steht kurz vor der endgültigen Fertigstellung, sie wird sich mit den Überlebenszeiten von Patienten mit Krebs beschäftigen, die neben konventionellen Therapien auch komplementäre Therapieverfahren wahrgenommen haben. Hier werden interessante Ergebnisse erwartet, demnächst werde ich berichten.

Bleiben Sie alle gesund!

Prof. Dr. med. Alexander Herzog
Chefarzt

 

Zeitungsartikel

01.05.2021 – Die in der Fachklinik Dr. Herzog arbeitende Arzthelferin, Frau Eva Maile, berichtet in einem Artikel der BILD-Zeitung über die Langzeitfolgen ihrer überwundenen Covid-19-Infektion. Sie können den Bericht unter folgendem Link finden: „Kein Geschmack 5 Monate nach Corona-Infektion: Ich kann Wasser nicht von Saft unterscheiden“ (BILD+: kostenpflichtig | Autor: o.V.)

21.03.2021 – Prof. Dr. Herzog gab der BILD-Zeitung ein Interview über die indirekten Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Krebspatienten. Sie können den Bericht unter folgendem Link finden: „Onkologe schlägt Alarm: Mehr Krebstote durch Corona – Viele Patienten kommen schlecht an Behandlungen und haben Angst vor Kliniken und Arztpraxen“ (BILD.de: kostenfrei | Autor: Kai Franzke Jr.)

 

Veröffentlichungen

In der Fachzeitschrift Die Naturheilkunde wurde in der Ausgabe 03/2021 ein Artikel von Prof. Dr. Herzog veröffentlicht. In diesem Artikel wird der aktuelle Stand von Diagnostik und Therapien beim Long-Covid-Syndrom diskutiert und zwei Fallbeispiele besprochen. Sie können den Artikel als PDF-Datei hier finden: „Das lange Leiden beim Long-Covid-Syndrom – Diagnostik, konventionelle und komplementäre Therapie“

Prof. Dr. Herzog hielt am 22. Februar 2019 auf einem Kongress in Sevilla (Spanien) eine Rede über komplementäre Behandlungsoptionen bei Krebs montrer. Dafür erstellte er eine PowerPoint-Präsentation in spanischer Sprache, welche sie unter folgendem Link finden können: „Terapias alternativas – Sevilla 2019“

Die Fachzeitschrift Die Naturheilkunde publizierte in ihrer Ausgabe 01/2019 einen Artikel von Prof. Dr. Herzog. In diesem Artikel bespricht er verbreitete alternative Krebsbehandlungsmethoden und zeigt auf wie unseriöse alternative Therapieverfahren zu erkennen sind. Sie können den Artikel als PDF-Datei hier finden: „Falsche Hoffnung – gefährliche Hoffnung: Über das dünne Eis alternativer Therapien bei Krebs“

In seiner Ausgabe vom Oktober 2018 veröffentlichte das Naturheilkunde Journal einen Artikel von Prof. Dr. Herzog. In diesem stellt er die Hyperthermie als Behandlungsverfahren vor und bespricht mehrere Fallbeispiele. Sie können den Artikel als PDF-Datei direkt bei uns finden: „Hyperthermie in der Onkologie – Wann sinnvoll und wann verzichtbar“

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